Passionsmusik in St. Augustinus, entfällt leider

Krankheitsbedingt müssen am Sonntag, 3.April 2022 gleich drei musikalische Akzente in St. Augustinus entfallen: um 11 Uhr ein Kantatengottesdienst in Pax Christi, ein anschließendes Werkstattkonzert (12 h) und um 18 Uhr das Passionskonzert in der Schutzengelkirche. – Es tut uns sehr leid !!


Welche Musik kann man in Zeiten des Krieges noch aufführen, welche Lieder singen, welche Geschichten erzählen? Wer hätte gedacht, dass solche Fragen auch hier bei uns wieder aktuell sein könnten? – Die Aufführung einer Passionsvertonung ist vielleicht noch am ehesten geeignet, angesichts der Bilder aus der Ukraine, und nicht zu vergessen auch aus anderen Ländern der Erde wie Syrien oder Afghanistan, unseren Gefühle von Ohnmacht, Wut und Trauer einen Raum zugeben. Denn auch die Passionsgeschichte, die Erzählung vom Leiden und Sterben Jesu Christi, erzählt von Ungerechtigkeit, Grausamkeit und Mord. Aber es gibt auch Hoffnung. Und so geht es am 3. April musikalisch um die Markuspassion von Keiser in der Fassung Johann Sebastaian Bachs. Die Markuspassion hat Johann Sebastian Bach sowohl in Weimar als auch in Leipzig im Karfreitagsgottesdienst aufgeführt. Auf dem Aufführungsmaterial steht der Name Keiser und es wurde lange vermutet, dass damit der Hamburger Opernkomponist Reinhard Keiser gemeint ist. Neuere Forschungen gehen aber eher davon aus, dass die Komposition entweder von dessen Vater Gottfried Keiser oder von dem Hamburger Musikdirekor Nicolaus Bruhns, der das Stück schon 1707 und 1711 aufgeführt hat, stammt. Die Urheberschaft bleibt also ungewiss und so bleibt das Werk unter Namen Keiser/ Bach weiter bekannt. Sicher ist, dass Bach das Werk mehrfach aufgeführt und für die unterschiedlichen Anlässe verändert hat. Die mindestens drei Aufführungen durch Johann Sebastian Bach belegen, dass er dem Stück eine große Wertschätzung zuteil werden ließ. Zurecht, wie wir meinen! Stilistisch ist das Werk noch deutlich von der Vokalmusik des 17. Jahrhunderts geprägt: Die Arien sind noch weitgehend schlicht und liedhaft, die Turbaechöre sehr kurz, aber schon sehr ausdrucksstark und das Instrumentalensemble hat noch eine eher untergeordnete, begleitende Funktion. Auffällig ist aber die moderne, rhetorisch differenzierte und emotional packende Vertonung des Evangelienberichtes. Diese könnte Bach auch als Vorbild für seine eigenen Passionen gedient haben.


Im Kantatengottesdienst am 3.4. um 11 Uhr in Pax Christi erklingen Arien und Chöre aus der Markuspassion. Im anschließenden Werkstattkonzert (12 Uhr) nimmt Christoph Scholz die Besucherinnen mit zahlreichen Klangbeispielen und Erläuterungen auf eine Zeitreise in die Entstehungszeit dieser Passionsvertonung.. Gottesdienst und Werkstattkonzert werden auch gestreamt. Um 18 Uhr findet dann im Passionskonzert in der Schutzengelkirche eine Gesamtaufführung der Markuspassion in der Vertonung von Keiser/ Bach statt. Die Aufführenden sind: Wolfgang Klose, Tenor (Evangelist), Solistinnen und Ensemblesänger*innen des Forum vocale Krefeld, Capella 94 auf historischen Instrumenten, Dorothee Wohlgemuth (Einstudierung der Vokalpartien), Christoph Scholz, Leitung
Der Eintrittspreis beträgt 12,-€. Karten an der Abendkasse, Reservierung über akzente@augustinus-krefeld.de.
Es gelten die aktuellen Coronaschutzbestimmungen, z. Zt. gilt u. a. Anmeldepflicht für den Gottesdienst und Maskenpflicht bei allen Veranstaltungen.