Bestürzt und voller Sorge…

„Kann etwa ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen?“ (6,39) heißt ein zentraler Satz am Ende Feldrede Jesu, wie Lukas sie berichtet und von der wir seit zwei Sonntagen hören. Pieter Breugel’s Bild ‚Der Blindensturz‘ aus 1568 scheint es direkt zu thematisieren.

Entdecken Sie den Schrifttext und das Bild neu, nehmen Sie in Gedanken teil an den Gottesdiensten, auch wenn an diesem Sonntag der live-stream ausfallen muss. – Wir sind verbunden, miteinander und mit den Menschen in der Ukraine, in Wort und Gebet.

Ich stehe unter Gottes Schutz
Er lässt mich nicht ins Leere laufen
Und macht aus mir keinen Kriegsknecht
Sondern so wie ich bin bin ich sein Mensch

Ich suche den Frieden und will mich nicht ausruhen
Auch mit denen die noch unter Waffen stehen
Anzuzünden die Erde die nicht hohl ist
sondern Gottes Herz.

Ich stehe unter Gottes Schutz
Ich bin sein Fleisch und Blut
Und meine Tage sind von ihm gezählt


ER lehrt mich, den zu umarmen
dessen Tage ebenfalls gezählt sind
Und alle in die Arme zu nehmen
Weil wir die Trauer und die Freude teilen wollen
Dass beide wie Leib und Seele zusammen sind.

Ich stehe unter Gottes Schutz
Ich weiß das seit geraumer Zeit
Er nahm den Gram und das Bittere aus meinem Wesen
Und machte mich fröhlich


Und ich will hingehen
Alle anzustecken mit Freude und Freundlichkeit
Auf dass die Erde Heimat wird für alle Welt:
Durch seinen Frieden
und unseren Glauben
Schalom in Dorf und Stadt.

Text: Hanns Dieter Hüsch, Psalmen für Alletage. tvd-Verlag Düsseldorf, 3/1997
Bild: Pieter Breugel d.Ä., Der Blindensturz, 1568, Museo Nazionale di Capodimonte, Neapel, hier aus: wikipedia.org