Musikprojekt im Casablanca

In der Woche vor Ostern gab es ein 4 tägiges Musikprojekt für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren. Die kath. Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Casablanca (Träger: kath. Kirchengemeindeverband Krefeld Süd) führte in Kooperation mit der ev. Jugendeinrichtung Kagawa, „Freigesprochen“ Mediencoaching, dem Kulturbüro der Stadt Krefeld und dem Kulturrucksack NRW das Webinar „songs in real life“ durch. Das Ziel: kurze Musik Clips, in denen Songs bekannter Stars von den Kindern mit ihren eigenen (Alltags-) Themen selber neu eingesungen werden. Teilgenommen haben 7 Kinder.

Ursprünglich als Projekt in der Einrichtung Casablanca geplant wurde das Format durch die Einschränkungen der Corona Krise von den Dozenten Philipp Kersting, Marco Rentrop und Sunny Bansemer in kürzester Zeit so umstrukturiert, dass alle Teilnehmer*innen von zuhause aus arbeiten konnten. Einzige Voraussetzungen waren WLAN und ein Smartphone oder der PC der Eltern. – Es gab drei Treffen pro Tag auf einer online Plattform. Hier wurden: die Technik erklärt, Songs ausgewählt, getextet und offene Fragen geklärt. Für nötige Absprachen untereinander konnten sich die Kinder in den dafür eingerichteten virtuellen Räumen treffen.

Leicht verständliche Tutorials (gefilmte Übungseinheiten), die auf der Internetseite bereitgestellt wurden erklärten genau, wie die Kinder ihren Gesang selber aufnehmen konnten und wie sie sich später selber filmen können. Grundlagen der Filmtechnik (Immer im Querformat filmen!) zählten ebenso dazu, wie die Anleitung für einen guten Stativersatz. Denn das Ergebnis sollte möglichst professionell ausfallen. Über einen kostenfreien Anbieter konnten die Filmsequenzen auch in hochaufgelöster Qualität an den Dozenten versendet werden, der nun für den Schnitt zuständig ist. Er zaubert als Profi mit dem abgelieferten Material sicher 4 außergewöhnliche Songs.

Anders, als bei diesem Workshop sonst üblich, waren die Kinder damit viel mehr in der Verantwortung. Alle Aufnahmen – musikalisch wie filmisch – wurden letztendlich von den Kindern alleine, oder mit Hilfe der im eigenen Haushalt lebenden Personen gedreht. Die so entstandenen Filmsets waren verblüffend vielfältig. Der Lerneffekt durch diese Herangehensweise war immens. Nach den 4 Tagen hatten alle viel dazu gelernt im Bereich Medien, Ton- und Filmaufnahmen, Set –Gestaltung und Gesprächskultur. Die Disziplin bei den Video Meetings beispielsweise war hervorragend.

Das Thema von allen entstandenen Songs drehte sich rund um Corona. „Wie hat sich die veränderte Situation auf Euer Leben ausgewirkt? Was für Gedanken beschäftigen Euch?“, waren Fragen, die am Anfang gestellt wurden. Entstanden sind 4 sehr unterschiedliche Clips, die neben nachdenklichen Momenten bei einigen sicher auch für eine Gänsehaut und /oder ein Lächeln sorgen werden. Bis zur Fertigstellung wird es allerdings noch eine Weile brauchen. Aber dann wird das Echo sicher überwältigend sein.

Die Teilnehmer*innen waren ausnahmslos begeistert. Es war eine willkommene Abwechslung in einer Zeit der sozialen Distanz. Auch wenn wir alle die Zeit herbeisehnen, in der wir uns wieder unbeschwert treffen können: Die Zusammenarbeit in diesem Workshop war so intensiv und das Erleben der Begegnungen so emotional, dass es Momente gab, in denen Corona nicht zu existieren schien.   Ursula Hakes