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Konzert in Pax Christi:Alte und Neue Musik im Dialog

Mehrere Personen in schwarzer Kleidung laufen auf den Fotografen zu, einige von ihnen tragen Musikinstrumente bei sich. Im Hintergrund Pax Christi.
Das Ensemble 116 in einem Konzert mit Neuer und Alter Musik zum Psalm 116
Datum:
27. Okt. 2026
Von:
Christoph Scholz

Am Samstag, 7.11.2026 findet in Pax Christi ein Konzert mit Neuer und Alter Musik zum Psalm 116 statt. „Angst der Hellen und Friede der Seele“ heißt der Titel einer Motettensammlung von 1623 zum Psalm 116. In diesem Psalm spricht der Psalmbeter davon, dass er eine existenzielle, lebensbedrohliche Krise überstanden hat und dafür Gott dankt.

Das Ensemble 116 unter der Leitung von Christoph Scholz hat in den Herbstferien CD-Aufnahmen in Pax Christi gemacht, die 3 Motetten aus der historischen Sammlung von 1623 mit drei zeitgenössischen Kompositionen zu dem selben Psalm verbinden. Die drei aktuellen Stücke von Claes Biehl, Thomas Blomenkamp und Martin Wistinghausen waren Auftragswerke der Gemeinde Pax Christi. Sie wurden bei den Tagen Neuer Musik 2022 uraufgeführt.

Die Idee zu den Kompositionsaufträgen entstammt einer historischen Vorlage:

Im Jahre 1616 übersteht der Jenaer Hofbeamte Burckhard Grossmann eine schwere Krankheit. Daraufhin beauftragt er 16 Komponisten, den 116. Psalm in der Form einer Motette zu vertonen. Seine Intention war, Gott mit dieser von ihm gedruckten Sammlung von Motetten mit dem Namen "Angst der Hellen und Friede der Seele" dafür zu danken, dass er ihn aus seiner Krankheit errettet hat.

 Die Kompositionsaufträge in Pax Christi knüpften an diese historische Begebenheit an und übertragen sie in die Gegenwart: Nach weitgehend überstandener Coronapandemie, die vielen Menschen Krankheit und Tod gebracht hatte und weite Teile des (kulturellen) Lebens eingeschränkt bzw. lahm gelegt hatte, wurden drei Komponisten beauftragt, sich ebenfalls mit dem 116. Psalm auseinanderzusetzen, ihren ganz eigenen kreativen Blick auf diesen Jahrtausende alten Text zu werfen: Claes Biehl (Krefeld), Thomas Blomenkamp (Meerbusch) und Martin Wistinghausen (Düsseldorf). Die Komponsitionen emanzipieren sich natürlich von dem Entstehungsanlass und sind vielfältig situativ deutbar, so wie auch für den Psalmisten zwar die Erfahrung einer existenziellen Krise eine zentrale Bedeutung hat, aber die Krise nicht genau definiert wird.

 Im Konzert am 7.11.2026 wird das Konzept der Uraufführung von 2022 und der CD-Produktion noch einmal präsentiert: Die drei ca. 10-minütigen zeitgenössischen Kompositionen werden in diesem Konzert mit den großangelegten Motetten von Heinrich Schütz, Johann Hermann Schein und Melchior Franck aus der Sammlung "Angst der Hellen und Friede der Seele" von 1616 in Dialog gesetzt.

 

Sonntag, 07.11.2026, 18 Uhr Pax Christi Krefeld, Glockenspitz 265

Eintritt: frei/ Kollekte

 

Ensemble 116:

Charlotte Schäfer, Sopran

Dorothee Wohlgemuth, Mezzosopran

Angela Froemer, Alt

Nils Giebelhausen, Tenor

Martin Wistinghausen, Bass

Liza Solovay, Theorbe

Nathan Bontrager, Gambe

Alfred Pollmann, Truhenorgel

Christoph Scholz, Leitung